Die Lebenskunst im Languedoc

Die Lebenskunst im Languedoc hat es uns angetan – und so leben wir in unserer Domaine de Puychene so, wie man das in der hiesigen Region zwischen dem Minervois und den Corbières eben so tut.

Bize-Minervois, nur einen Katzensprung von unserer Domaine gelegen, hat dabei neben der Oliven-Genossenschaft Oulibo, die Besucher besichtigen können, auch den Charme seiner kleinen Straßen, der alten Häuser und seines Flusses Cesse zu bieten. Letzterer hat seinen Quell in der Montagne Noire, zu Deutsch: dem Schwarzgebirge, durchfließt die atemberaubenden Schluchten von Minerve und mündet schließlich in Sallèles d’Aude in die Aude. Der kleine Strand im Schatten der Bäume ist im Sommer eine wahre Oase der Erfrischung und Erholung.

Aber wir sind diesmal nicht zum Baden gekommen, sondern um unseren Augen und vor allem der Zunge einen wahren Schmaus zu bieten – bei einem kulinarischen Spaziergang durch die Natur. Als wir am Ausgangspunkt ankommen, bekommen wir ein „Carnet de Voyage Gourmand“ in die Hand gedrückt, eine Art Landkarte, damit uns auch wirklich kein Gaumenschmaus entgeht. Geschirr, Besteck und ein Glas für den Wein haben wir selbst dabei, dazu einen Strohhut, denn an diesem 15. September 2019 strahlt uns die Sonne regelrecht zu. Nach einem kurzen Spaziergang durch Weinberge, Olivenhaine und Pinien erblicken wir auf einmal ein Piano, das unter den Bäumen aufgebaut ist, während das Buffet und die Tische am Fuße der Reste des Boussecos-Turmes stehen, eines fantastischen Reliktes aus dem hohen Mittelalter, das einst der Verteidigung diente.

Wir gönnen uns also ein paar leckere Tapas Bizoises (Tapas aus Bize-Minervois) und genießen dazu den leckeren lokalen Wein. Noch ein paar Schritte weiter erwartet uns unter 300 Jahre alten Olivenbäumen ein Schwein am Spieß, bevor wir zum Dessert zur Klaviermusik am Ufer der Cesse fröhlich tanzen. Nach 17 verkosteten Weinen, die die leckeren Speisen begleitet haben, dem einen oder anderen Verdauungsspaziergang und vielen interessanten Gesprächen mit unseren Nachbarn warten wir nun schon ungeduldig auf die nächste Auflage dieser kulinarischen Wanderung – denn von der Lebenskunst im Languedoc bekommen wir einfach nicht genug!